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Ein Fest für alle Sinne.

„Uhhhh!" – die ersten Schritte sind noch nass und kühl, aber schon nach wenigen Metern freuen sich Füße und Seele um die Wette. Denn was gut für die Füße ist, das ist auch gut für den Kopf. Eine Wattwanderung öffnet Herz und Augen für die Natur, die sich hier draußen in ihrer reinsten Form präsentiert. Keine Technik, kein Auto, kein Lärm. Schnell ist das Festland vergessen und wir bewegen uns wie die Entdecker einer neuen Welt im einzigartigen Weltnaturerbe Wattenmeer. Ohne die erfahrenen Wattführer würden wir uns schnell ziemlich verloren vorkommen, und so folgen wir ihnen gerne und hören gut zu. Denn Erstaunliches und Überraschendes gibt es in Hülle und Fülle. Man muss nur ein Auge dafür haben.

Wir gehen dem Meer auf den Grund.

In der Tat bewegen wir uns bei einer Wattwanderung auf dem Meeresboden. Außer den Vögeln, die uns hin und wieder auf unserem Weg begleiten, sind alle Tiere, die uns begegnen, Meeresbewohner. Das Wattenmeer fällt zweimal täglich trocken, so dass wir durch"waten" können. Daher leitet sich auch das Wort „Watt" ab. Warum man es mit dem doppelten „t" schreibt, weiß keiner mehr so genau – stört aber auch nicht. An manchen Stellen watten – nein – waten wir auf eher festem Sand, an anderen Stellen begrüßt uns der matschig-schwarze Schlick, der zwar sehr anhänglich aber dafür umso gesünder für unsere Haut ist. Egal wie, wir müssen da durch. Denn irgendwann kommt die Flut zurück, und dann sollten wir besser wieder auf dem Trockenen sein.

Unter uns explodiert das Leben.

Kaum zu glauben aber wahr: auf einem Quadratmeter Wattboden leben 20.000 Tiere und mehr! Und das ganz ohne Platzangst. Zugegeben, wir sprechen von der klitzekleinen Wattschnecke, aber wer hier eine Volkszählung machen will, der kommt mit einem Tag pro Quadratmeter sicher nicht aus. Überhaupt ist der Lebensraum Wattenmeer etwas ganz Besonderes. Er gibt vielen Tierarten Nahrung und ein Zuhause. Er ist die Kinderstube der Nordsee, denn junge Schollen und Seezungen verbleiben auch bei Ebbe in den kleinen und von der Sonne erwärmten Pfützen, die noch vorhanden sind. Das Wattenmeer ist das produktivste Meeresgebiet in unseren gemäßigten Breiten. Schon aus diesem Grund müssen wir alles dafür tun, dieses Weltnaturerbe zu pflegen und zu erhalten. 

Auf geht’s!

Genug gelesen. Jetzt heißt es „Schuhe und Strümpfe aus, die Hose hochgekrempelt und Sonnencreme nicht vergessen". Wattwandern kann man übrigens von Frühjahr bis Winter. Wir starten von Dagebüll und Schlüttsiel aus. Von kurzen anderhalbstündigen Wanderungen bis zu 6-stündigen Wanderungen mit Pause auf den Halligen, das Angebot ist vielfältig. Nicht nur für Langschläfer etwas ganz Besonderes: die Wattwanderungen am Abend oder bei Vollmond – da geht so manchem von uns ein Licht auf.

www.wattwanderungen.eu